DP7D, ein Multi/Multi Powerhouse, aber SSB Field Day bei und mit DP7D/p auf dem Acker? Ist ne ganz eigene Herausforderung. Ein Bericht.
Marco DJ4MH und ich hatten uns für 10 Uhr am Samstag verabredet. Ich war mit dem rollenden Shack leider erst ne Stunde später da. Dinge einpacken und ja nichts vergessen dauert dann leider doch immer länger. Um 11 gings dann endlich los mit dem Aufbau.
Auf dem Weg zum angedachten Ort haben wir dann noch mal einen Weg auf dem CGSB Gelände abgelaufen und für befahrbar erklärt. So standen wir nicht wie geplant vor dem Zaun zum Gelände sondern innen und hatten einen kürzeren Fußweg zur Homebase (und zum Strom). Wir sind extra nicht weiter weg gefahren da wir gerne ein Pendeln zwischen Field Day und VHF Contest ermöglichen wollten.

Wir haben dann die Masten errichtet, mein 10m NVA „HTM-10“ mit ein paar Ami-Zeltstangen oben drauf für das Mittelteil sowie Marcos 9m Mast und ein paar BW Zeltstangen als Stützen. Wir haben die jeweils oben mit einer Rolle und einem Fall versehen, so daß man die Antenne einfach hochziehen kann nachdem der Mast steht. Hat sich als wirklich gute Idee erwiesen, da wir diverse Änderungen machen mussten.
Da es sehr windig war als wir an den Masten gearbeitet haben und es auch stellenweise regnete hatten wir auch direkt das richtige Field Day Feeling 🙂
Das hat wirklich ziemlich geweht, ich bin etwas erstaunt das es die Hühnerleiter nicht abgerappelt hat.
Antennendrama
Wir starten in Multi Low Power Unassisted, d.h. 100W, genau eine Antenne und die maximal 15m hoch.
Die von mir favorisierte Plan-A Antenne (Godzilla’s 160/80/40/20/(15)/10 Fächer Dipol) ist nicht fertig geworden- das war schon lange vorher klar.
Plan-A‘ war dann eine Wimo’sche Maxi G5RV (62m), die wir nie vorher benutzt haben. Deren SWR haben wir dann mal gar nicht verstanden, das sah gruslig aus. Konnten wir auf keinem Band abstimmen, beide vorhandenen Tuner haben uns nen Vogel gezeigt.
Wir haben dann testweise die Plan-B Antenne, eine reguläre ZS6BKW probiert. Die hat bei mir zuhause gute Dienste auf 40/80 geleistet, Als wir sie hochzogen zeigte sie sich ingesamt allerdings verstimmt.
Einige Bänder haben wir abgestimmt bekommen, andere (wichtige) garnicht.
Die Antenne war ingesamt nach unten verstimmt. Ursache war uns unklar, ich hab den Metallzaun im Verdacht aber für einen Umbau fehlte uns die Zeit.
Was schliesslich funktioniert hat war die Hühnerleiter direkt an Eckis DH8AF DENTRON Kurbeltuner anzuschliessen – damit konnten wir auf 160,80,40,20,15 arbeiten.
160m ging im unteren Teil des Bandes damit auch erstaunlich gut obwohl die Antenne das „nicht kann“ – wir haben da 60 QSOs gemacht. 🙂
15m kann die Antenne auch nicht, auch das hat ihr aber scheinbar keiner gesagt und so konnten wir dank symmetrischer Anpassung trotzdem ein paar DX Multis einsammeln können.
10m Betrieb war nicht möglich da dies zu RF Interference in den Netzwerkkabeln führte.
Betrieb
Mit einer Stunde Verspätung (was eine DP7D Field Day Tradition ist) gings dann los.
Anfangs haben Marco und ich uns abgewechselt, Ecki griff auch mal in die Tasten. Ab Mitternacht übernahm dann Andre DO1ABW und räumte 80 / 160 leer, am Sonntag früh war dann wieder die Tagschicht dran. Sonntag morgen hatten wir dann unseren Verlust beim Start schön aufgeholt.


Auf den höheren Bändern haben wir wenig gehört, wenn dann viel All Asia DX die uns nicht arbeiten wollten. USA war (für uns) nie zu hören. 🙁 Naja.

Das war auch für mich das erste mal mit einem Flexradio 8400 in einem Wettbewerb (mit Maestro), auch ein Experiment. Wir hatten noch ein „richtiges Funkgerät“ in Petto, falls es zickt. Was mir im Betrieb wirklich gut gefallen hat war der Receiver, insbesondere im 40m QRM Getümmel, das ging richtig gut.
Was nicht so prima war ist ein Bug im Voice Keyer Feature, das konnten wir dann aber umschiffen. Sowie das RF Problem auf 10m, da hätten vielleicht bessere Kabel und Ferrite geholfen. Mit einem Hühnerleiter daneben habe ich das halt nicht getestet.
Energie!
Was super geklappt hat ist Strom aus der Powerbank. Ich wollte halt wirklich keinen Stinkemoppel, das ist so AM.
Primär hatten wir eine 2kW Powerbank an dem der TRX hing (über 230V Schaltnetzteil) sowie die Maestro Konsole. Das Logging Notebook und der Ethernet Switch und unsere Telefone über USB PD.
Das reicht nicht für 24h und dafür gab es folgenden Plan:
Wenn die Powerbank zu Ende ging habe ich das TRX auf einen 12V LiFePO gesteckt (kurz parallel) so das dies unterbrechungsfrei ging. Der Maestro und das Notebook haben ja eingebaute Batterien.
Dann die Powerbank auf eine Schubkarre, damit zur Hauptstation und in weniger als einer Stunde war die wieder voll.
Wir mussten 2x nachladen: Einmal am Samstag um 23:00 Uhr („vor der Nacht“) und dann am Sonntag um 9, da war das dann auf 20% runter. Ging wirklich gut. „Ich geh mal Strom holen“.
Störungen aus der Ecke der Powerbank haben wir nicht beobachten können. Ist ne ECOFLOW (Das Produkt ist gut, obacht, der Service bei denen ist aber unsagbar langsam)

Am Ende waren es glaube ich 698 QSOs, leider mit wenig Multis. Auswertung wird es zeigen.
Vielen Dank an
Andre,Ecki, Maro
Hat Spaß gemacht.
Beim Aufbau kann man sich wohl noch mit Vorbereitung™ Stress ersparen aber ich glaube das mach ich nochmal. Dann mit mehr Vorbereitung was die Antennenlage angeht und mehr Grill. Ansonsten: Töfte.
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